Was ist CBD? Cannabidiol einfach erklärt mit CBD Öl, Hanfblüte und Cannabispflanze

Was ist CBD? – Cannabidiol einfach erklärt

CBD ist überall – aber was steckt eigentlich hinter Cannabidiol? Wir erklären dir verständlich, wie CBD in der Hanfpflanze entsteht, was es von THC unterscheidet und warum Cannabinoide, Terpene und das gesamte Pflanzenprofil wichtiger sind als eine einzelne Prozentzahl.

Was ist CBD? Cannabidiol einfach und verständlich erklärt

Wenn du dich mit Hanf oder Cannabis beschäftigst, kommst du an drei Buchstaben kaum vorbei: CBD. Aber was ist Cannabidiol eigentlich genau? Wo entsteht es in der Pflanze, was unterscheidet CBD von THC – und warum reicht es nicht aus, bei einem CBD-Produkt einfach nur auf die Prozentzahl zu schauen?

CBD ist längst kein Nischenthema mehr. Du findest den Begriff auf Ölen und Kosmetik, bei Hanfblüten, Extrakten und zahlreichen weiteren Produkten. Gleichzeitig kursieren rund um Cannabidiol noch immer erstaunlich viele Halbwahrheiten. Auf der einen Seite wird CBD teilweise dargestellt, als könne dieser eine Pflanzenstoff beinahe alles. Auf der anderen Seite wird es gelegentlich so behandelt, als wäre es einfach nur „Cannabis ohne THC“.

Beides greift zu kurz.

Wenn du wirklich verstehen möchtest, was CBD ist, lohnt sich deshalb ein genauerer Blick auf die Pflanze selbst. Denn Cannabidiol ist weder eine eigene Pflanze noch eine künstliche Erfindung der CBD-Industrie. Es ist eines von zahlreichen Phytocannabinoiden, die Cannabis von Natur aus bildet.

Und genau an diesem Punkt wird das Thema interessanter. Denn sobald du verstehst, wo CBD herkommt und wie Cannabinoide in der Pflanze entstehen, werden auch Begriffe wie CBD-Gehalt, Vollspektrum, Terpene oder Cannabinoidprofil wesentlich verständlicher.

Nahaufnahme einer Hanfblüte zur Erklärung von CBD und Cannabidiol

Was ist CBD eigentlich?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Cannabidiol gehört zu den natürlich vorkommenden Cannabinoiden der Pflanze Cannabis sativa L. und zählt neben THC zu den bekanntesten Vertretern dieser Stoffgruppe.

Das klingt zunächst ziemlich technisch. Vereinfacht kannst du dir Cannabinoide als eine Gruppe charakteristischer Pflanzenstoffe vorstellen, die Cannabis selbst produziert. CBD ist einer davon – aber eben nur einer.

Das ist wichtig, denn Cannabis ist chemisch erheblich komplexer, als die bekannte Gegenüberstellung „CBD oder THC“ vermuten lässt. In der Pflanze wurden zahlreiche Phytocannabinoide beschrieben. Dazu kommen Terpene, Flavonoide und viele weitere Pflanzenbestandteile. Zwei Blüten können deshalb auf den ersten Blick ähnlich aussehen und trotzdem ein deutlich unterschiedliches chemisches Profil besitzen.

CBD ist innerhalb dieses komplexen Gemischs besonders bekannt geworden, weil es sich in einem entscheidenden Punkt von THC unterscheidet: Cannabidiol erzeugt nicht den für THC charakteristischen Rausch.

Genau deshalb ist die häufig verwendete Aussage „CBD macht nicht high“ für den Einstieg zwar ziemlich brauchbar. Fachlich sollten wir es aber etwas genauer formulieren: CBD und THC sind unterschiedliche Moleküle und zeigen unterschiedliche pharmakologische Eigenschaften. CBD einfach als „THC ohne Rausch“ zu beschreiben, würde dem Stoff nicht gerecht.

Wo befindet sich CBD in der Hanfpflanze?

Schau dir eine gut entwickelte Cannabisblüte einmal aus der Nähe an – idealerweise sogar unter einer Lupe oder einem Mikroskop. Auf der Oberfläche wirst du unzählige kleine, teilweise pilzförmige Strukturen entdecken. Das sind Trichome, genauer gesagt glanduläre beziehungsweise drüsige Trichome.

Für die Cannabispflanze sind diese winzigen Strukturen enorm wichtig. In ihren sekretorischen Zellen werden unter anderem die Vorstufen verschiedener Cannabinoide gebildet. Auch viele der Stoffe, die für das charakteristische Aroma einer Sorte verantwortlich sind, stehen mit den Drüsenstrukturen der Blüte in Verbindung.

Wenn eine Cannabisblüte im Licht regelrecht „bereift“ aussieht, siehst du also nicht einfach nur hübsche Kristalle. Du blickst auf einen wesentlichen Teil der chemischen Produktionsstätten der Pflanze.

Das erklärt übrigens auch, warum wir bei der Beurteilung von Blüten gerne genauer hinschauen. Eine Prozentangabe auf einem Analysezertifikat ist interessant – aber die Pflanze selbst erzählt ebenfalls eine Geschichte. Zustand der Trichome, Verarbeitung, Aroma, Struktur und Lagerung liefern zusätzliche Informationen, die eine einzelne CBD-Zahl niemals vollständig abbilden kann.

CBD liegt in der frischen Pflanze zunächst überwiegend als CBDA vor

Hier wartet eine kleine Überraschung auf dich: Wenn wir umgangssprachlich von einer „CBD-reichen Pflanze“ sprechen, ist das chemisch betrachtet etwas vereinfacht.

Die Pflanze produziert einen erheblichen Teil ihrer Cannabinoide zunächst in sogenannten sauren Formen. Beim CBD ist die entsprechende Vorstufe CBDA – Cannabidiolsäure.

Der Biosyntheseweg beginnt noch früher. Eine zentrale Verbindung ist CBGA (Cannabigerolsäure). Sie dient als gemeinsamer biosynthetischer Ausgangspunkt für mehrere wichtige Cannabinoidsäuren. Je nach Enzymausstattung der Pflanze kann CBGA beispielsweise in CBDA, THCA oder CBCA überführt werden.

Aus CBDA kann anschließend CBD entstehen. Dabei wird eine Carboxylgruppe abgespalten – ein Vorgang, den du wahrscheinlich schon einmal unter dem Begriff Decarboxylierung gehört hast. Dieser Prozess kann unter anderem durch Wärme beschleunigt werden und findet in geringerem Umfang auch während Verarbeitung und Lagerung statt.

Du musst dir die komplette Biochemie nicht merken. Für das Verständnis von CBD reicht zunächst folgende Kette:

CBGA → CBDA → CBD

Damit wird auch klar, warum gute Laboranalysen häufig nicht nur „CBD“ ausweisen. Je nach Analyse und Produkt können dort beispielsweise CBD und CBDA getrennt aufgeführt werden. Wer ein Cannabinoidprofil richtig lesen möchte, sollte diesen Unterschied kennen.

CBD ist nur ein Teil des Cannabinoidprofils

Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der für das Verständnis von Cannabis besonders wichtig ist. Wenn du eine Blüte ausschließlich nach ihrem CBD-Gehalt beurteilst, schaust du im Grunde nur auf eine einzige Zahl innerhalb eines viel größeren chemischen Profils.

Neben CBD beziehungsweise CBDA können Cannabisprodukte – abhängig von Genetik, Rohstoff und Verarbeitung – weitere Cannabinoide enthalten. Bekannte Beispiele sind THC, CBG, CBC und CBN sowie deren jeweilige Vorstufen und verwandte Verbindungen.

Infografik zu CBD, THC, CBG und CBN als Cannabinoide der Hanfpflanze

Das bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt mit möglichst vielen nachweisbaren Cannabinoiden grundsätzlich „besser“ wäre. So einfach funktioniert Qualitätsbewertung nicht. Es bedeutet lediglich, dass die chemische Zusammensetzung einer Hanfblüte wesentlich differenzierter ist als eine einzelne Zahl auf der Verpackung.

Genau deshalb werden wir uns in einem eigenen Artikel noch ausführlich mit CBD, CBG, CBN, CBC und weiteren Cannabinoiden beschäftigen. Für den Moment genügt eine Erkenntnis: CBD ist wichtig – aber CBD ist nicht die ganze Pflanze.

CBD und THC: Verwandt, aber keineswegs dasselbe

Früher oder später landet fast jedes Gespräch über CBD bei THC. Das ist nachvollziehbar, denn beide Stoffe kommen in Cannabis vor und ihre Molekülformeln sind sogar identisch: Sowohl CBD als auch Δ9-THC bestehen aus 21 Kohlenstoff-, 30 Wasserstoff- und 2 Sauerstoffatomen.

Und trotzdem verhalten sie sich nicht gleich.

Der Grund liegt in der räumlichen Anordnung ihrer Atome. Vereinfacht gesagt: Die gleichen Bausteine sind unterschiedlich miteinander verbunden. Diese strukturellen Unterschiede beeinflussen wiederum, wie die Moleküle mit biologischen Zielstrukturen interagieren.

THC kann den CB1-Rezeptor des Endocannabinoid-Systems aktivieren und ist wesentlich für den typischen Cannabisrausch verantwortlich. Bei CBD sieht die Sache komplizierter aus. Es verhält sich nicht einfach wie eine schwächere Version von THC und besitzt eine deutlich komplexere Pharmakologie mit verschiedenen molekularen Zielstrukturen.

Genau deshalb lohnt sich ein eigener Artikel über CBD vs. THC. Dort schauen wir uns die beiden Moleküle nebeneinander an und erklären auch, warum Aussagen wie „CBD ist das gute Cannabinoid und THC das schlechte“ wissenschaftlich wenig sinnvoll sind.

Was hat CBD mit dem Endocannabinoid-System zu tun?

Wenn du verstehen möchtest, warum sich die Wissenschaft überhaupt so intensiv für Cannabinoide interessiert, begegnet dir ziemlich schnell ein weiterer Begriff: das Endocannabinoid-System, kurz ECS.

Der Name klingt zunächst so, als hätte unser Körper dieses System speziell für Cannabis entwickelt. Natürlich ist das nicht der Fall. Das Endocannabinoid-System ist ein körpereigenes Signalsystem. Zu ihm gehören unter anderem Cannabinoid-Rezeptoren wie CB1 und CB2, körpereigene Signalmoleküle – die sogenannten Endocannabinoide – sowie Enzyme, die an deren Bildung und Abbau beteiligt sind.

THC kann unter anderem an CB1-Rezeptoren wirken. Bei CBD ist die Situation deutlich weniger geradlinig. Cannabidiol besitzt keine einfache „CBD bindet an Rezeptor X und macht anschließend Y“-Pharmakologie. Untersuchungen zeigen vielmehr Wechselwirkungen mit verschiedenen molekularen Zielstrukturen. Für den CB1-Rezeptor wurde CBD beispielsweise als negativer allosterischer Modulator beschrieben.

Was bedeutet das ohne Pharmakologie-Lehrbuch?

Stell dir einen Rezeptor vereinfacht wie ein Schloss vor. Ein klassischer Agonist würde an einer bestimmten Stelle des Schlosses ansetzen und es aktivieren. Ein allosterischer Modulator setzt dagegen an einer anderen Stelle an und verändert dadurch, wie der Rezeptor auf andere Moleküle reagiert. Dieses Bild ist natürlich vereinfacht, zeigt aber ganz gut, warum CBD nicht einfach wie THC funktioniert.

Und hier ist wissenschaftliche Zurückhaltung wichtig: Nur weil ein Stoff im Labor mit verschiedenen Rezeptoren oder Signalwegen interagiert, lässt sich daraus nicht automatisch ableiten, was ein frei verkäufliches CBD-Produkt bei einem bestimmten Menschen bewirkt. Zwischen molekularer Grundlagenforschung und einer belastbaren Aussage über einen konkreten Nutzen liegt ein ziemlich großer Schritt.

Ist CBD psychoaktiv?

Vielleicht hast du schon beide Aussagen gelesen: „CBD ist nicht psychoaktiv“ und „Natürlich ist CBD psychoaktiv, schließlich kann es Prozesse im Nervensystem beeinflussen“. Welche davon stimmt?

Das Problem liegt vor allem am Begriff.

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird „psychoaktiv“ häufig mit „berauschend“ gleichgesetzt. In diesem Sinne wird CBD oft als nicht psychoaktiv bezeichnet. Die WHO kam bei ihrer Bewertung von reinem CBD ebenfalls zu dem Ergebnis, dass es nicht die für kontrollierte psychoaktive Substanzen typischen Eigenschaften und kein erkennbares Missbrauchs- oder Abhängigkeitspotenzial zeigt.

Für einen sauberen Artikel ist deshalb die Formulierung „CBD verursacht nicht den für THC typischen Rausch“ meist sinnvoller als das pauschale Etikett „nicht psychoaktiv“.

Das klingt vielleicht nach Wortklauberei, ist aber ein gutes Beispiel dafür, warum wir bei Cannabisthemen genauer hinschauen möchten. Gerade rund um CBD werden vereinfachte Aussagen sehr schnell von einer Webseite zur nächsten kopiert, bis aus einer differenzierten wissenschaftlichen Beobachtung irgendwann ein vermeintlich unumstößlicher Fakt wird.

Warum ist CBD in den vergangenen Jahren so bekannt geworden?

CBD ist kein neu entdecktes Molekül. Wissenschaftlich bekannt ist Cannabidiol bereits seit Jahrzehnten. Neu ist vielmehr die enorme öffentliche Aufmerksamkeit, die der Stoff in den vergangenen Jahren bekommen hat.

Dafür gibt es nicht den einen Grund. Fortschritte in der Cannabinoidforschung haben sicherlich eine Rolle gespielt. Gleichzeitig wurden Hanfprodukte sichtbarer, gesetzliche Rahmenbedingungen veränderten sich und Unternehmen entdeckten CBD als eigenständige Produktkategorie.

Dann passierte etwas, das du aus vielen anderen Branchen kennst: Aus wissenschaftlichem Interesse wurde ein Trend – und aus dem Trend teilweise ein Marketing-Wettlauf.

Plötzlich fand sich CBD in praktisch allem, was sich damit versehen ließ. Öle, Cremes, Kosmetik und zahlreiche andere Produktformen kamen auf den Markt. Gleichzeitig wurden dem Molekül teilweise Eigenschaften zugeschrieben, die weit über das hinausgingen, was die wissenschaftliche Datenlage tatsächlich hergab.

Genau hier lohnt sich eine gesunde Portion Skepsis.

CBD ist ein pharmakologisch interessantes Cannabinoid und Gegenstand umfangreicher Forschung. Daraus folgt aber nicht, dass jede Werbeaussage über ein beliebiges CBD-Produkt wissenschaftlich belegt wäre. Ebenso wenig bedeutet ein Forschungsergebnis mit pharmazeutisch definiertem Cannabidiol automatisch, dass sich dasselbe Ergebnis auf jedes handelsübliche Öl, jede Blüte oder jedes Extrakt übertragen lässt.

Wenn wir bei Haze & Kush über CBD sprechen, möchten wir deshalb zwischen drei Dingen unterscheiden: Was wissen wir über das Molekül? Was wird aktuell erforscht? Und was ist schlicht Marketing?

Welche CBD-Produkte gibt es?

Wenn du heute nach CBD suchst, begegnet dir Cannabidiol in ziemlich unterschiedlichen Formen. Das kann zunächst verwirrend sein, denn eine CBD-Blüte, ein CBD-Öl und ein hochreines CBD-Isolat tragen zwar alle dieselben drei Buchstaben im Namen, sind aber keineswegs dasselbe Produkt.

CBD-Blüten

Bei CBD-Blüten hast du es mit Pflanzenmaterial zu tun. Die Blüte bringt deshalb nicht nur ein einzelnes isoliertes Cannabinoid mit, sondern besitzt ein komplexes natürliches Profil. Neben Cannabinoiden spielen insbesondere die enthaltenen Terpene eine wichtige Rolle für Geruch und Aroma.

Und genau hier zeigt sich auch, warum wir persönlich mit dem reinen Wettbewerb um möglichst hohe CBD-Prozentwerte wenig anfangen können. Eine Blüte kann auf dem Papier einen beeindruckenden CBD-Wert besitzen und sensorisch trotzdem langweilig sein. Umgekehrt kann eine Blüte mit moderaterem Cannabinoidgehalt durch saubere Verarbeitung, erhaltene Trichome und ein ausgeprägtes Terpenprofil deutlich interessanter wirken.

Wenn du dir aktuelle Beispiele ansehen möchtest, findest du sie bei unseren CBD Blüten. Wie wir Blüten qualitativ beurteilen und warum wir uns dabei auch die Trichome genauer ansehen, behandeln wir ausführlich im Artikel „Wie erkennt man hochwertige CBD Blüten?“.

CBD-Öle

Bei CBD-Ölen sieht die Sache anders aus. Hier wird ein CBD-haltiger Rohstoff beziehungsweise Extrakt mit einem Trägeröl kombiniert. Je nach Herstellungsweise und Rezeptur kann das fertige Produkt neben CBD weitere Pflanzenbestandteile enthalten – oder bewusst sehr stark auf CBD reduziert sein.

Deshalb wirst du bei Ölen regelmäßig über drei Begriffe stolpern: Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat.

Vereinfacht gesagt versucht ein Vollspektrum-Produkt, neben CBD weitere Bestandteile des ursprünglichen Hanfextrakts zu erhalten. Bei Breitspektrum-Produkten wird das Profil gezielt verändert beziehungsweise reduziert. Ein CBD-Isolat geht noch einen Schritt weiter: Hier steht möglichst hochreines Cannabidiol im Mittelpunkt.

Die Bezeichnungen allein sagen allerdings noch nicht alles über die tatsächliche Zusammensetzung aus. Wenn du genau wissen möchtest, was in einem Produkt steckt, führt deshalb kein Weg an den Inhaltsangaben und – sofern vorhanden – einer aussagekräftigen Analyse vorbei.

CBD-Extrakte

Bei Extrakten wird es noch vielfältiger. Unterschiedliche Extraktions- und Aufreinigungsverfahren können Produkte mit sehr verschiedenen Konsistenzen, Reinheitsgraden sowie Cannabinoid- und Terpenprofilen hervorbringen.

Genau deshalb ist „CBD-Extrakt“ zunächst nur ein Oberbegriff. Zwei Produkte aus dieser Kategorie können sich chemisch und sensorisch erheblich voneinander unterscheiden. Wenn dich diese Seite der Pflanze interessiert, findest du in unserer Kategorie CBD Extrakte verschiedene Beispiele; die Herstellungsverfahren behandeln wir später in einem eigenen Wissensartikel.

Was haben Terpene mit CBD zu tun?

Spätestens wenn du verschiedene Cannabisblüten nebeneinander riechst, merkst du, dass eine reine Cannabinoidbetrachtung nicht ausreicht. Eine Sorte erinnert vielleicht an Zitrusfrüchte, eine andere wirkt erdig und würzig, während die nächste süß, floral oder fast schon dieselartig riecht.

Ein wesentlicher Teil dieser aromatischen Vielfalt hängt mit Terpenen zusammen.

Terpene sind keineswegs eine Besonderheit von Cannabis. Du findest sie überall in der Pflanzenwelt. Limonen trägt beispielsweise zu typischen Zitrusaromen bei, während α-Pinen schon mit seinem Namen verrät, in welche aromatische Richtung es geht. Auch Myrcen, Linalool und β-Caryophyllen gehören zu den Terpenen, die im Zusammenhang mit Cannabis häufig diskutiert werden.

Für uns sind Terpene vor allem deshalb interessant, weil sie deutlich machen, wie wenig eine einzelne CBD-Zahl über eine Blüte erzählt.

Nehmen wir zwei Blüten mit jeweils ungefähr demselben CBD-Gehalt. Auf einem einfachen Produktvergleich könnten sie nahezu identisch wirken. Riechst du an beiden, betrachtest ihre Trichome und vergleichst ihre Terpenprofile, können sie dagegen vollkommen unterschiedlich erscheinen.

Das ist einer der Gründe, warum wir einen möglichst hohen CBD-Wert nicht automatisch mit höchster Qualität gleichsetzen.

Und was ist jetzt mit dem Entourage-Effekt?

Wenn Cannabinoide und Terpene gemeinsam erwähnt werden, dauert es meistens nicht lange, bis der Begriff Entourage-Effekt fällt. Er klingt plausibel: Verschiedene Bestandteile der Cannabispflanze könnten sich gegenseitig beeinflussen und gemeinsam andere Effekte hervorrufen als isolierte Einzelstoffe.

Als Konzept ist das spannend. Als bewiesene Universalregel sollte man es allerdings nicht behandeln.

Die Forschung untersucht Wechselwirkungen zwischen Cannabinoiden, Terpenen und weiteren Pflanzenstoffen weiterhin. Für bestimmte Kombinationen existieren interessante experimentelle Hinweise, doch daraus lässt sich nicht ableiten, dass jedes Vollspektrum-Produkt automatisch einen klinisch relevanten „Entourage-Effekt“ besitzt oder grundsätzlich besser als ein isolierter Wirkstoff wäre.

Wenn du also irgendwo liest, ein Produkt sei allein wegen seines Vollspektrums automatisch wirksamer, solltest du genauer hinschauen. Wissenschaftlich sauberer ist es, das gesamte Pflanzenprofil als einen interessanten Forschungsgegenstand zu betrachten – und klar zwischen Hypothese, präklinischen Daten und belastbarer Evidenz beim Menschen zu unterscheiden.

Wir werden diesem Thema deshalb einen eigenen Artikel widmen. Denn der Entourage-Effekt ist zu interessant für einen Werbeslogan – und gleichzeitig zu komplex, um ihn mit zwei Sätzen abzuhaken.

Warum ein hoher CBD-Gehalt nicht automatisch hohe Qualität bedeutet

Damit kommen wir zu einem Thema, das uns besonders wichtig ist.

Im CBD-Handel ist die Prozentzahl ein unglaublich einfaches Verkaufsargument. 10 % klingt gut, 15 % klingt besser und 20 % klingt auf den ersten Blick noch besser. Das funktioniert, weil wir Menschen Zahlen hervorragend vergleichen können.

Nur ist Cannabis keine Speicherkarte, bei der 256 GB automatisch mehr sind als 128 GB.

Der CBD-Gehalt sagt zunächst genau das aus, was sein Name verspricht: wie viel CBD beziehungsweise – abhängig von der angegebenen Berechnung – Gesamt-CBD in einer Probe bestimmt wurde. Er sagt dir aber nicht automatisch, wie intensiv eine Blüte riecht, wie sorgfältig sie getrocknet wurde, in welchem Zustand ihre Trichome sind oder wie ihr gesamtes Cannabinoid- und Terpenprofil aussieht.

Gerade bei CBD-Blüten lohnt sich deshalb ein genauer Blick. Wir schauen uns neue Ware beispielsweise auch unter dem Mikroskop an. Sind noch intakte Trichomköpfe und -stiele vorhanden? Wie wirkt die Oberfläche? Passt das Erscheinungsbild zu einer natürlich entwickelten Blüte? Wie riecht sie, wenn man das Glas öffnet?

Dabei geht es nicht darum, einen hohen CBD-Gehalt schlechtzureden. Ein hoher Wert kann vollkommen legitim sein. Er ist nur ein Qualitätsparameter unter mehreren und kein universelles Gütesiegel.

Dieses Thema ist umfangreich genug für einen eigenen Deep Dive. Im Artikel „Warum der CBD-Gehalt allein kein Qualitätsmerkmal ist“ schauen wir uns deshalb unter anderem an, warum Cannabinoidprofil, Terpene, Trichome und Verarbeitung gemeinsam betrachtet werden sollten.

Wie erkennst du transparente CBD-Produkte?

Du musst kein Chemiker sein, um ein CBD-Produkt kritisch beurteilen zu können. Ein paar einfache Fragen bringen dich schon erstaunlich weit.

Weißt du, was tatsächlich enthalten ist? Ist der CBD-Wert nachvollziehbar? Gibt es eine chargenbezogene Analyse? Werden CBD und andere Cannabinoide sauber ausgewiesen? Und macht der Anbieter einen Unterschied zwischen überprüfbaren Fakten und Marketing?

Gerade eine Laboranalyse kann dir Informationen liefern, die du weder am Produktfoto noch an einer vollmundigen Beschreibung erkennst.

CBD Vollspektrum Öl mit Laboranalyse von Cannabinoid- und Terpenprofil

Allerdings gilt auch hier: Ein Analysezertifikat ist kein magisches Qualitätssiegel. Du solltest darauf achten, was tatsächlich geprüft wurde, von welcher Charge die Probe stammt und ob die Angaben zum angebotenen Produkt passen.

Eine Cannabinoidanalyse kann beispielsweise CBD, CBDA, THC oder weitere Cannabinoide quantifizieren. Andere Untersuchungen können je nach Produkt und Prüfauftrag zusätzliche Parameter abdecken. Was nicht untersucht wurde, kann dir das Zertifikat natürlich auch nicht bestätigen.

Deshalb stellen wir vorhandene Analysezertifikate möglichst transparent zur Verfügung. Später zeigen wir dir in einem eigenen Artikel Schritt für Schritt, wie du einen solchen Laborbericht liest – inklusive der Frage, warum „nicht nachweisbar“, „unter Bestimmungsgrenze“ und „0,00 %“ nicht zwingend dasselbe bedeuten.

CBD, Vollspektrum und das gesamte Pflanzenprofil

Vielleicht erkennst du inzwischen ein Muster: Je genauer man sich mit CBD beschäftigt, desto weniger sinnvoll wird es, nur über CBD zu sprechen.

Das bedeutet nicht, dass Cannabidiol unwichtig wäre – ganz im Gegenteil. Aber eine Hanfblüte ist nun einmal kein Behälter, der ausschließlich mit CBD gefüllt ist. Und auch ein Vollspektrum-Extrakt besteht definitionsgemäß nicht nur aus einem isolierten Molekül.

Wenn du ein natürliches Pflanzenprodukt beurteilen möchtest, lohnt sich deshalb der Blick auf das Gesamtprofil.

Welche Cannabinoide sind vorhanden? Welche Terpene wurden erhalten? Wie wurde das Ausgangsmaterial behandelt? Welche Verarbeitungsschritte folgten? Und gibt es belastbare Analysedaten?

Bei einem CBD-Isolat sieht die Fragestellung wiederum anders aus. Dort ist gerade die hohe Konzentration eines einzelnen Stoffes das Ziel. Das zeigt schön, warum „Vollspektrum ist immer besser“ genauso wenig als allgemeine Qualitätsregel taugt wie „mehr CBD ist immer besser“.

Die richtige Bewertung hängt davon ab, welches Produkt vor dir liegt und was dieses Produkt überhaupt sein soll.

Was sagt die Wissenschaft tatsächlich über CBD?

Bei kaum einem Thema lohnt es sich so sehr, zwischen Forschung und Werbung zu unterscheiden wie bei CBD.

Cannabidiol ist wissenschaftlich keineswegs bedeutungslos. Seine Pharmakologie wird seit Jahrzehnten untersucht, und für bestimmte medizinische Anwendungen existieren zugelassene Arzneimittel mit definiertem Cannabidiol. Das ist ein wichtiger Punkt – aber ebenso wichtig ist die andere Hälfte der Aussage: Die Evidenz für ein pharmazeutisches CBD-Präparat bei einer klar definierten Erkrankung lässt sich nicht einfach auf beliebige frei verkäufliche CBD-Produkte übertragen.

Auch Konzentration, Reinheit, Darreichungsform und tatsächliche Zusammensetzung spielen eine Rolle. Ein Forschungsergebnis mit genau charakterisiertem Cannabidiol ist deshalb nicht automatisch ein Beleg für Werbeaussagen über irgendein Hanföl oder eine beliebige CBD-Blüte.

Gleichzeitig ist die Grundlagenforschung ausgesprochen interessant. CBD interagiert mit verschiedenen molekularen Zielstrukturen, und selbst unser Verständnis seiner Wechselwirkung mit Cannabinoid-Rezeptoren entwickelt sich weiter. Untersuchungen beschreiben CBD unter anderem als negativen allosterischen Modulator am CB1-Rezeptor. Neuere Arbeiten zeigen gleichzeitig, wie komplex und kontextabhängig solche Rezeptorinteraktionen sein können.

Für dich als Leser ist deshalb weniger wichtig, jede Rezeptorbezeichnung auswendig zu lernen. Viel wichtiger ist die Grundregel: Interessante Forschungsergebnisse sind nicht automatisch gleichbedeutend mit einem nachgewiesenen Nutzen eines handelsüblichen Produkts.

Genau diese Grenze möchten wir in unserem Wissensbereich konsequent einhalten.

Ist CBD legal?

Hier müssen wir besonders sauber formulieren, denn die Frage „Ist CBD legal?“ klingt viel einfacher, als sie tatsächlich ist.

CBD ist nicht automatisch deshalb legal oder illegal, weil irgendwo Cannabidiol enthalten ist. Die rechtliche Einordnung hängt unter anderem von Produktart, Zusammensetzung, Verwendungszweck und den jeweils geltenden Vorschriften ab.

Bei Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln spielen beispielsweise zusätzlich die europäischen Novel-Food-Regelungen eine Rolle. Bei Kosmetik gelten andere Anforderungen, bei Arzneimitteln wiederum andere. Auch Hanfblüten und weitere Cannabisprodukte müssen getrennt betrachtet werden.

Deshalb solltest du skeptisch werden, wenn eine Webseite die gesamte Rechtslage mit einem Satz wie „CBD ist in Deutschland legal“ erledigt. Für einen Grundlagenartikel reicht die wichtige Erkenntnis: Die rechtliche Bewertung erfolgt produktbezogen und nicht allein anhand der drei Buchstaben CBD.

Da sich regulatorische Rahmenbedingungen verändern können, behandeln wir die Rechtslage separat und aktualisieren entsprechende Inhalte unabhängig von diesem Grundlagenartikel.

Was solltest du aus diesem Artikel mitnehmen?

Wenn du bis hierher gelesen hast, weißt du bereits deutlich mehr über CBD als die berühmten drei Buchstaben auf einer Flasche verraten.

Cannabidiol ist ein natürlich vorkommendes Phytocannabinoid der Cannabispflanze. In der Pflanze entsteht es über seine saure Vorstufe CBDA, die wiederum aus der gemeinsamen Cannabinoid-Vorstufe CBGA hervorgeht. CBD unterscheidet sich strukturell und pharmakologisch von THC und verursacht nicht dessen charakteristischen Rausch.

Mindestens genauso wichtig ist aber die zweite Erkenntnis: Cannabis besteht nicht nur aus CBD.

Wenn du Blüten, Öle oder Extrakte wirklich verstehen und miteinander vergleichen möchtest, solltest du das gesamte Produkt betrachten. Cannabinoidprofil, Terpene, Ausgangsmaterial, Verarbeitung und Analysedaten liefern gemeinsam ein wesentlich vollständigeres Bild als eine einzelne Prozentzahl.

Genau darum geht es in unserem Wissensbereich. Wir möchten dir nicht erzählen, dass CBD ein Wundermittel ist. Wir möchten dir auch nicht erzählen, dass ein Produkt allein wegen eines besonders hohen CBD-Wertes automatisch besser ist.

Wir möchten dir zeigen, was tatsächlich dahintersteckt – damit du selbst beurteilen kannst, was Qualität bedeutet.

Häufige Fragen zu CBD

Wofür steht CBD?

CBD steht für Cannabidiol. Es handelt sich um ein natürlich vorkommendes Phytocannabinoid der Pflanze Cannabis sativa L..

Ist CBD dasselbe wie THC?

Nein. CBD und Δ9-THC gehören zwar beide zu den Cannabinoiden und besitzen dieselbe Summenformel, unterscheiden sich jedoch in ihrer Molekülstruktur und ihren pharmakologischen Eigenschaften. THC ist für den charakteristischen Cannabisrausch verantwortlich; CBD erzeugt diesen typischen Rausch nicht.

Kommt CBD direkt in der Hanfpflanze vor?

Ja, allerdings liegt ein wesentlicher Anteil in frischem Pflanzenmaterial zunächst als CBDA (Cannabidiolsäure) vor. Durch Decarboxylierung kann aus CBDA neutrales CBD entstehen.

Was ist CBGA?

CBGA steht für Cannabigerolsäure. Sie ist eine zentrale biosynthetische Vorstufe, aus der die Pflanze mithilfe verschiedener Enzyme unter anderem CBDA, THCA und CBCA bilden kann.

Macht CBD high?

CBD verursacht nicht den für THC typischen berauschenden Cannabisrausch. Die pauschale Bezeichnung „nicht psychoaktiv“ kann je nach Definition des Begriffs allerdings missverständlich sein, weshalb „nicht berauschend wie THC“ die präzisere Formulierung ist.

Ist mehr CBD automatisch besser?

Nein. Der CBD-Gehalt ist ein wichtiger Analysewert, aber kein vollständiges Qualitätsurteil. Je nach Produkt können unter anderem Cannabinoidprofil, Terpene, Ausgangsmaterial, Verarbeitung und Laboranalysen ebenfalls relevant sein.

Was ist der Unterschied zwischen Vollspektrum-CBD und CBD-Isolat?

Bei einem CBD-Isolat steht möglichst reines Cannabidiol im Mittelpunkt. Vollspektrum-Produkte enthalten neben CBD weitere Bestandteile des verwendeten Hanfextrakts. Welche Stoffe tatsächlich vorhanden sind, sollte anhand der konkreten Produktzusammensetzung und möglichst anhand von Analysedaten beurteilt werden.

Was sind Terpene?

Terpene sind aromatische Pflanzenstoffe, die nicht nur in Cannabis, sondern in zahlreichen Pflanzen vorkommen. Sie tragen wesentlich zu den charakteristischen Geruchs- und Aromaprofilen verschiedener Cannabissorten bei.

Mehr über CBD und Cannabis erfahren

Dieser Artikel ist bewusst unser Einstieg in das Thema. Wenn du tiefer einsteigen möchtest, geht es in den nächsten Artikeln Schritt für Schritt weiter: Wir vergleichen CBD und THC, schauen uns CBG, CBN und weitere Cannabinoide an, erklären Terpene und den Entourage-Effekt und zeigen dir, woran wir hochwertige CBD-Blüten erkennen.

Wenn du dir die Produkte hinter der Theorie ansehen möchtest, findest du bei uns außerdem CBD Blüten, CBD Öle, CBD Extrakte und unsere verfügbaren Analysezertifikate.

Quellen und wissenschaftliche Einordnung

Für diesen Artikel wurden wissenschaftliche Fachliteratur und institutionelle Quellen zur Cannabinoid-Biosynthese, Pharmakologie von Cannabidiol und internationalen Bewertung von CBD herangezogen. Der Forschungsstand entwickelt sich weiter; Aussagen wurden deshalb bewusst von unbelegten Gesundheits- und Heilversprechen getrennt.

  • World Health Organization (WHO): Cannabidiol – Critical Review Report, Expert Committee on Drug Dependence.
  • Tahir MN, Shahbazi Raz F, Rondeau-Gagné S, Trant JF: The biosynthesis of the cannabinoids. Journal of Cannabis Research, 2021.
  • Laprairie RB, Bagher AM, Kelly MEM, Denovan-Wright EM: Cannabidiol is a negative allosteric modulator of the cannabinoid CB1 receptor. British Journal of Pharmacology, 2015.
  • Aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zur Biosynthese und Pharmakologie von Phytocannabinoiden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information über Hanf, Cannabinoide und CBD. Er stellt keine medizinische Beratung dar und macht keine Aussage zur Behandlung, Vorbeugung oder Heilung von Erkrankungen.