Nachbehandelte CBD Blüten erkennen: Terpene & CBD erklärt

Nachbehandelte CBD Blüten erkennen: Terpene & CBD erklärt

Extrem intensiver Geruch und 20 % CBD – ist das automatisch ein Zeichen für besonders hochwertige CBD-Blüten? Nicht unbedingt. CBD-Blüten können nach der Ernte mit Terpenen oder Cannabinoiden nachbehandelt werden. Ich zeige dir, welche Auffälligkeiten mir bei der Qualitätskontrolle begegnen, warum sie keine sicheren Beweise sind und weshalb ich möglichst naturbelassene Blüten bevorzuge.

CBD für Hunde Reading Nachbehandelte CBD Blüten erkennen: Terpene & CBD erklärt 16 minutes

Nachbehandelte CBD Blüten erkennen: Terpene, CBD & künstlich verändertes Aroma

Du öffnest eine Packung CBD-Blüten und dir kommt sofort ein extrem intensiver Geruch entgegen. Zitrone, Beeren, Candy, Kush oder irgendein anderes Aroma – so stark, dass der erste Gedanke vielleicht lautet: „Wow, die müssen richtig gut sein.“

Aber genau an diesem Punkt lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Denn ein besonders intensiver Geruch bedeutet nicht automatisch, dass eine Blüte von Natur aus ein außergewöhnlich starkes Terpenprofil besitzt. CBD-Blüten können nach der Ernte nachbehandelt werden – beispielsweise durch die Zugabe von Terpenen, um Geruch und Aromaprofil zu verändern oder zu verstärken.

Wenn von „besprühten“ oder nachbehandelten CBD-Blüten gesprochen wird, ist genau diese Aromatisierung meistens das Erste, woran gedacht wird.

Das ist allerdings nur ein Teil des Themas.

Auch Cannabinoide können nachträglich aufgebracht beziehungsweise ergänzt werden. Und das finde ich besonders interessant, weil sich CBD-Werte von 15, 20 oder sogar über 20 % im Markt inzwischen so normal anhören, dass viele Kunden gar nicht mehr hinterfragen, wie dieser Wert zustande gekommen ist.

Deshalb möchte ich dir in diesem Artikel erklären, was Nachbehandlung bei CBD-Blüten eigentlich bedeutet, warum Produzenten Blüten nachträglich verändern und welche Auffälligkeiten für mich ein Grund sind, genauer hinzuschauen.

Dabei ist mir eine Sache besonders wichtig: Ein auffälliger Geruch, ein hoher CBD-Wert oder eine ungewöhnliche Oberfläche sind zunächst Hinweise – keine Beweise.

Symbolischer Vergleich naturbelassener und nachbehandelter CBD Blüten – Unterschiede zur Veranschaulichung überspitzt dargestellt

Was bedeutet Nachbehandlung bei CBD-Blüten überhaupt?

Eine frisch geerntete Cannabisblüte ist bereits ein ziemlich komplexes Naturprodukt. Sie enthält nicht einfach nur CBD.

Je nach Genetik finden wir unterschiedliche Cannabinoide, Terpene und zahlreiche weitere Pflanzenstoffe. Besonders interessant sind dabei die Trichome auf der Oberfläche der Blüte. In diesen Drüsenstrukturen befinden sich große Teile der Cannabinoide und Terpene, die eine Cannabisblüte charakterisieren.

Nach der Ernte ist dieses Profil aber keineswegs für immer festgeschrieben.

Trocknung, Curing, Temperatur, Sauerstoff, Licht und Lagerung können die Zusammensetzung verändern. Gerade Terpene sind flüchtige Verbindungen. Deshalb kann eine Blüte während der Verarbeitung und Lagerung einen Teil ihres ursprünglichen Aromas verlieren.

Und genau hier beginnt das Thema Nachbehandlung.

Nachbehandlung bedeutet vereinfacht gesagt, dass das bereits geerntete Pflanzenmaterial anschließend gezielt verändert wird. Das kann aus ganz unterschiedlichen Gründen passieren.

Man kann beispielsweise versuchen, das Aroma einer Blüte durch zusätzliche Terpene zu verändern oder zu verstärken. Ebenso kann das Cannabinoidprofil eines fertigen Produktes durch zusätzlich aufgebrachte Cannabinoide verändert werden.

Das sind zwei vollkommen unterschiedliche Maßnahmen – werden im Handel aber häufig unter Begriffen wie „besprüht“, „geboostet“, „infused“ oder „nachbehandelt“ zusammengefasst.

Terpene: Warum riechen Cannabisblüten überhaupt unterschiedlich?

Bevor wir über zugesetzte Terpene sprechen, müssen wir kurz verstehen, was bei einer unbehandelten Blüte passiert.

Wenn du verschiedene Cannabisgenetiken nebeneinander riechst, können die Unterschiede enorm sein.

Eine Sorte erinnert vielleicht an Zitrusfrüchte, eine andere wirkt erdig oder würzig und die nächste besitzt süßliche, fruchtige oder harzige Noten.

Dafür ist nicht ein einzelner Stoff verantwortlich.

Das wahrgenommene Aroma entsteht aus einem komplexen Zusammenspiel verschiedener flüchtiger Verbindungen. Dazu gehören zahlreiche Terpene und Terpenoide, aber auch andere flüchtige Stoffklassen.

Genau deshalb finde ich natürliche Cannabisaromen so interessant.

Ein gutes Terpenprofil muss für mich nicht einfach nur möglichst stark riechen. Viel interessanter ist, ob es charakteristisch, differenziert und zur jeweiligen Blüte passend wirkt.

Warum werden CBD-Blüten mit Terpenen nachbehandelt?

Stell dir eine optisch vernünftige CBD-Blüte vor, die nach Trocknung und Lagerung kaum noch charakteristisch riecht.

Das lässt sich natürlich schwieriger verkaufen als eine Blüte, bei der dir beim Öffnen der Verpackung sofort ein intensives Aroma entgegenkommt.

Terpene können deshalb nachträglich eingesetzt werden, um das vorhandene Aromaprofil zu verstärken oder gezielt zu verändern.

Und dass sich das Terpenprofil getrockneter Cannabisblüten durch externe Terpene tatsächlich beeinflussen lässt, ist nicht nur Theorie. Untersuchungen haben gezeigt, dass getrocknete Blüten externe Terpene aufnehmen können und sich dadurch ihre messbare Terpenzusammensetzung verändern lässt.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede intensiv riechende Blüte automatisch behandelt wurde.

Es gibt hervorragende Genetiken mit von Natur aus sehr ausgeprägten Aromaprofilen.

Genau deshalb funktioniert die Beurteilung nicht nach dem simplen Prinzip:

„Riecht stark = behandelt.“

So einfach ist es nicht.

Ein auffällig starker Geruch macht mich trotzdem aufmerksam

Wenn ich neue Samples bekomme, ist der Geruch natürlich eines der ersten Dinge, die ich wahrnehme.

Ein intensives Aroma ist grundsätzlich etwas Positives. Schließlich möchte ich keine Blüte anbieten, die nach nichts riecht.

Es gibt aber einen Unterschied zwischen einem ausgeprägten natürlichen Aroma und einem Geruch, der auf mich ungewöhnlich dominant oder beinahe überzeichnet wirkt.

Wenn mir beim Öffnen einer Verpackung ein extrem intensiver Geruch entgegenkommt, schaue ich deshalb genauer hin.

Nicht weil ich damit bereits weiß, dass Terpene zugesetzt wurden.

Sondern weil ich wissen möchte, ob das Gesamtbild zusammenpasst.

Wie sieht die Blüte aus? Wie ist die Struktur? Wie sehen die Trichome aus? Wie entwickelt sich das Aroma, wenn die Blüte etwas offen liegt? Ist der Geruch komplex oder wirkt er sehr eindimensional?

Erst aus mehreren Beobachtungen entsteht für mich ein Bild.

Wenn verschiedene Sorten plötzlich sehr ähnlich riechen

Eine weitere Sache ist mir bei der Auswahl von CBD-Blüten über die Jahre immer wieder aufgefallen.

Ich bekomme beispielsweise mehrere Samples eines Produzenten. Auf den Verpackungen stehen unterschiedliche Sortennamen und eigentlich sollen es verschiedene Aromaprofile sein.

Dann öffne ich die erste Packung.

Danach die zweite.

Und irgendwann frage ich mich:

Warum riechen diese angeblich unterschiedlichen Sorten eigentlich so ähnlich?

Natürlich können verschiedene Cannabisgenetiken ähnliche dominante Terpene besitzen. Zwei Sorten dürfen deshalb selbstverständlich Überschneidungen im Aroma haben.

Wenn jedoch ein ganzes Sortiment trotz unterschiedlicher Sortenbezeichnungen immer wieder eine auffällig ähnliche aromatische Grundnote besitzt, ist das für mich ein Grund, genauer nachzufragen.

Auch das ist kein Beweis für eine Nachbehandlung.

Aber genau solche Beobachtungen gehören für mich zur Qualitätskontrolle.

Natürliches Aroma ist komplexer als „Zitrone“ oder „Candy“

Hier entsteht meiner Meinung nach häufig ein falsches Verständnis von Terpenen.

Eine Cannabisblüte enthält nicht einfach „Zitronenterpene“ und riecht deshalb nach Zitrone.

Das tatsächliche Aromaprofil ist wesentlich komplexer.

Untersuchungen verschiedener Cannabisblüten finden zahlreiche unterschiedliche flüchtige Verbindungen. Je nach Verhältnis dieser Stoffe zueinander entstehen unterschiedliche Geruchseindrücke.

Deshalb können zwei Blüten beide beispielsweise Limonen enthalten und trotzdem völlig unterschiedlich riechen.

Genau diese Komplexität ist für mich ein Teil der Qualität einer guten Blüte.

Warum Geruch allein niemals ein sicherer Nachweis ist

Jetzt könnte man natürlich sagen: Dann rieche ich einfach an der Blüte und weiß sofort, ob sie behandelt wurde.

Leider funktioniert es nicht so einfach.

Terpene und andere Aromastoffe verändern sich nach der Ernte. Trocknung und Lagerung können das natürliche Profil einer Cannabisblüte deutlich beeinflussen.

Bestimmte flüchtige Bestandteile gehen schneller verloren als andere. Dadurch kann sich nicht nur die Intensität, sondern auch der Charakter des Aromas verändern.

Eine schwach riechende Blüte ist deshalb nicht automatisch minderwertig oder schlecht angebaut.

Und eine stark riechende Blüte ist nicht automatisch nachbehandelt.

Der Geruch ist für mich ein Teil der Qualitätsbewertung – aber niemals der einzige.

Das Mikroskop erzählt mir einen anderen Teil der Geschichte

Deshalb schaue ich mir interessante oder auffällige Samples zusätzlich unter dem Mikroskop an.

Dort interessiert mich vor allem die Oberfläche der Blüte.

Sind noch viele Trichome vorhanden? Lassen sich Trichomstiele und Drüsenköpfe erkennen? Wirkt die Oberfläche natürlich? Gibt es ungewöhnliche Ablagerungen?

Trichome einer CBD Blüte unter dem Mikroskop zur Beurteilung von Blütenqualität und möglicher Nachbehandlung

Gut erhaltene Trichome sind für mich grundsätzlich ein positives Qualitätsmerkmal.

Aber auch hier muss man fair bleiben.

Beschädigte Trichome beweisen keine Nachbehandlung. Ernte, maschinelles Trimmen, Verpackung, Transport und Lagerung können die empfindlichen Strukturen ebenfalls beschädigen.

Das Mikroskop ist deshalb kein magischer Lügendetektor.

Es hilft mir vielmehr dabei, eine Blüte als Ganzes besser beurteilen zu können.

Nachbehandlung betrifft nicht nur Terpene

Bis hierhin haben wir hauptsächlich über Aroma gesprochen. Das ist bewusst so, denn genau daran denken viele zuerst, wenn sie von nachbehandelten CBD-Blüten hören.

Es gibt aber noch eine zweite interessante Ebene: Cannabinoide.

Auch der Cannabinoidgehalt eines fertigen Produktes kann nach der Ernte beeinflusst werden, indem zusätzliche cannabinoidhaltige Bestandteile auf das Pflanzenmaterial aufgebracht werden.

Und damit kommen wir zu einer Entwicklung, die ich im CBD-Markt mindestens genauso interessant finde.

20 % CBD? Für viele Kunden klingt das inzwischen völlig normal

Wenn du heute verschiedene CBD-Shops vergleichst, begegnen dir regelmäßig beeindruckende Prozentzahlen.

15 % CBD.

18 % CBD.

20 % CBD.

Teilweise noch mehr.

Wenn man solche Zahlen ständig sieht, passiert etwas vollkommen Logisches: Man gewöhnt sich daran.

Irgendwann wirken 20 % CBD nicht mehr außergewöhnlich, sondern wie ein vollkommen normaler Wert für eine CBD-Blüte.

Und genau deshalb finde ich es wichtig, diese Zahlen nicht isoliert zu betrachten.

Ein hoher CBD-Wert beweist zunächst überhaupt keine Nachbehandlung. Genetik, Anbaubedingungen und Entwicklungsstadium beeinflussen das Cannabinoidprofil einer Pflanze erheblich.

Aber genauso wenig beweist eine hohe Zahl auf einem Analysezertifikat automatisch, dass wir es mit einer außergewöhnlich hochwertigen Blüte zu tun haben.

Deshalb stelle ich mir bei sehr hohen Werten eine andere Frage:

Passt dieser Laborwert zum restlichen Produkt?

Hoher CBD-Wert bedeutet nicht automatisch hohe Blütenqualität

Das ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Punkte des gesamten Artikels.

Eine Laboranalyse misst chemische Bestandteile einer Probe.

Sie bewertet nicht, ob ich das Aroma der Blüte gut finde.

Sie bewertet nicht, ob die Trichome hervorragend erhalten sind.

Sie bewertet nicht, ob das Ausgangsmaterial sorgfältig getrocknet und gelagert wurde.

Und sie sagt mir anhand eines gewöhnlichen Cannabinoidprofils auch nicht automatisch, ob ein gemessener Cannabinoidgehalt vollständig aus der ursprünglichen Blüte stammt oder ob das fertige Produkt nachträglich verändert wurde.

Deshalb veröffentlichen wir unsere Analysezertifikate und Cannabinoidprofile, betrachten diese Werte aber trotzdem immer als einen Teil des Gesamtbildes.

Warum ich lieber eine hervorragende Blüte mit weniger CBD nehme

Hier unterscheidet sich meine Auswahl vielleicht etwas von dem, was man im CBD-Markt häufig sieht.

Ich habe überhaupt nichts gegen hohe CBD-Werte.

Wenn eine hervorragende Blüte von Natur aus einen hohen CBD-Gehalt besitzt: umso besser.

Aber ich würde eine Blüte nicht allein deshalb auswählen, weil auf dem Laborbericht die größere Zahl steht.

Wenn ich die Wahl zwischen einer hervorragenden, aromatischen, möglichst naturbelassenen Blüte mit beispielsweise 10 oder 12 % CBD und einer mittelmäßigen Blüte mit 20 % habe, gewinnt für mich nicht automatisch die 20-%-Blüte.

Mich interessiert das Gesamtprodukt.

Naturbelassene CBD Blüten als Beispiel für die Bewertung von Aroma, Trichomen und Pflanzenqualität

Und genau deshalb sind Terpene so wichtig

CBD ist eben nur ein Bestandteil einer Cannabisblüte.

Daneben existieren weitere Cannabinoide, Terpene, Terpenoide und andere Pflanzenstoffe.

Das bedeutet nicht, dass man aus jedem dieser Stoffe irgendwelche Wirkungsversprechen ableiten sollte.

Für die Qualitätsbewertung reicht schon eine wesentlich nüchternere Erkenntnis:

Eine Cannabisblüte ist chemisch und aromatisch wesentlich komplexer als ihr CBD-Prozentwert.

Wenn ich einer durchschnittlichen Blüte zusätzlich CBD zuführe, steigt dadurch zunächst ihr CBD-Gehalt.

Wenn ich einer aromatisch schwachen Blüte zusätzliche Terpene zuführe, kann ich ihr Aromaprofil verändern.

Aber weder die größere Zahl noch der stärkere Geruch machen aus dem ursprünglichen Pflanzenmaterial automatisch eine außergewöhnliche Blüte.

Ist eine Nachbehandlung deshalb grundsätzlich schlecht?

Nein.

Und genau diese Unterscheidung ist mir wichtig.

Ich möchte Nachbehandlung nicht pauschal verteufeln.

Zusätzliche Terpene sind nicht automatisch ein Qualitätsmangel und zusätzliches CBD macht ein Produkt nicht automatisch schlecht.

Für mich geht es um etwas anderes: Transparenz und Authentizität.

Wenn ein Produkt aromatisiert oder anderweitig verändert wurde, möchte ich wissen, was ich vor mir habe.

Dann kann ich dieses Produkt auch entsprechend beurteilen.

Problematisch wird es für mich, wenn eine nachträglich erzeugte Eigenschaft beim Kunden den Eindruck erwecken soll, sie sei ein Zeichen außergewöhnlicher natürlicher Blütenqualität.

Ein extrem intensiver Geruch kann beeindruckend sein.

20 % CBD können beeindruckend aussehen.

Aber ich möchte wissen, warum die Blüte so riecht und wie dieser Wert zustande gekommen ist.

So beurteile ich CBD-Blüten in der Praxis

Wenn ich Samples für Haze & Kush bekomme, verlasse ich mich deshalb nicht auf eine einzelne Eigenschaft.

Ich öffne die Verpackung und rieche zunächst an der Blüte. Dabei interessiert mich nicht nur die Intensität, sondern vor allem der Charakter des Aromas.

Dann schaue ich mir die Blüte selbst an.

Struktur, Farbe, Verarbeitung und Harzbesatz ergeben bereits ein wesentlich vollständigeres Bild.

Bei interessanten oder auffälligen Samples kommt zusätzlich das Mikroskop zum Einsatz.

Und anschließend werden diese Eindrücke mit den verfügbaren Informationen und Laborwerten abgeglichen.

Qualitätscheck von CBD Blüten anhand von Aroma, Trichomen, Blütenstruktur und Laborwerten

Besonders aufmerksam werde ich beispielsweise, wenn mehrere vermeintlich unterschiedliche Sorten eines Produzenten auffällig ähnlich riechen, wenn ein Aroma ungewöhnlich dominant erscheint oder wenn ein extrem hoher CBD-Wert für mich nicht zum restlichen Eindruck der Blüte passt.

Keines dieser Merkmale ist allein ein Beweis.

Aber mehrere Auffälligkeiten können durchaus ein Grund sein, beim Produzenten nachzufragen oder ein Produkt für unser Sortiment abzulehnen.

Warum ich möglichst naturbelassene CBD-Blüten bevorzuge

Am Ende ist meine Position eigentlich ziemlich einfach.

Ich möchte eine gute Blüte nicht erst nach der Ernte zu einer guten Blüte machen müssen.

Wenn eine Genetik ein interessantes natürliches Aroma besitzt, die Trichome gut erhalten sind, Struktur und Verarbeitung stimmen und das Cannabinoidprofil dazu passt, dann habe ich genau das, wonach ich suche.

Das bedeutet nicht, dass jede unbehandelte Blüte automatisch hochwertig ist.

Eine schlecht angebaute oder schlecht verarbeitete naturbelassene Blüte bleibt eine schlechte Blüte.

Genauso bedeutet eine Nachbehandlung nicht automatisch, dass das Produkt schlecht ist.

Aber wenn ich zwischen einer authentischen, hochwertigen Blüte und einem Produkt wählen kann, dessen interessanteste Eigenschaften erst nach der Ernte erzeugt wurden, bevorzuge ich die erste Variante.

Genau diese Philosophie steckt auch hinter unserer Auswahl an CBD Blüten.

Woran kannst du nachbehandelte CBD-Blüten erkennen?

Die wahrscheinlich unbefriedigendste, aber fachlich richtige Antwort lautet: Nicht anhand eines einzigen Merkmals.

Es gibt aber Dinge, bei denen du genauer hinschauen kannst.

  • Riecht die Blüte ungewöhnlich intensiv oder beinahe überzeichnet?
  • Wirkt das Aroma sehr eindimensional?
  • Riechen unterschiedliche Sorten desselben Produzenten auffällig ähnlich?
  • Verändert sich der intensive Geruch ungewöhnlich schnell nach dem Öffnen?
  • Gibt es auffällige Ablagerungen auf der Blütenoberfläche?
  • Passt ein sehr hoher CBD-Wert zum restlichen Eindruck der Blüte?
  • Gibt es eine aktuelle Laboranalyse?
  • Kommuniziert der Hersteller transparent, ob die Blüte nachbehandelt oder aromatisiert wurde?

Keiner dieser Punkte beweist für sich allein eine Nachbehandlung.

Aber genau darum geht es bei vernünftiger Qualitätskontrolle: nicht vorschnell urteilen, sondern das gesamte Produkt betrachten.

Fazit: Eine gute CBD-Blüte braucht für mich mehr als starken Geruch und eine große Zahl

Wenn du aus diesem Artikel nur eine Sache mitnimmst, dann diese:

Lass dich bei CBD-Blüten weder von einem extrem intensiven Aroma noch von einem besonders hohen CBD-Wert allein beeindrucken.

Beides kann vollkommen natürlich sein.

Beides kann aber auch nach der Ernte beeinflusst worden sein.

Deshalb schaue ich bei CBD-Blüten auf das Zusammenspiel aus Aroma, Trichomen, Struktur, Verarbeitung, Cannabinoidprofil und Transparenz des Produzenten.

Ich möchte wissen, was ich vor mir habe.

Und wenn eine Blüte bereits von sich aus überzeugt, ist mir das persönlich lieber als ein Produkt, dessen Charakter erst nach der Ernte erzeugt werden musste.

Häufige Fragen zu nachbehandelten CBD-Blüten

Werden CBD-Blüten mit Terpenen besprüht?

CBD-Blüten können nach der Ernte mit zusätzlichen Terpenen beziehungsweise Aromakomponenten behandelt werden, um ihr Aromaprofil zu verändern oder zu verstärken. Dabei muss die Zugabe nicht zwingend durch direktes Besprühen erfolgen. Deshalb ist „nachbehandelt“ oder „aromatisiert“ häufig der präzisere Oberbegriff.

Wie erkenne ich mit Terpenen behandelte CBD-Blüten?

Allein anhand des Geruchs lässt sich eine Terpen-Nachbehandlung nicht sicher feststellen. Ein außergewöhnlich intensives oder sehr gleichförmiges Aroma sowie auffällig ähnliche Gerüche verschiedener Sorten können Gründe sein, genauer hinzuschauen. Für sich allein sind solche Beobachtungen jedoch kein Beweis.

Warum riechen manche CBD-Blüten extrem stark?

Ein intensiver Geruch kann durch ein ausgeprägtes natürliches Profil flüchtiger Aromastoffe entstehen. Das Aroma kann jedoch auch nach der Ernte beeinflusst werden. Zusätzlich wirken sich Trocknung, Curing, Verpackung und Lagerung auf die erhaltenen flüchtigen Verbindungen aus.

Riechen verschiedene Cannabis-Sorten von Natur aus unterschiedlich?

Ja. Unterschiedliche Genetiken können unterschiedliche Profile flüchtiger Verbindungen besitzen. Gleichzeitig können verschiedene Sorten einzelne dominante Terpene gemeinsam haben und deshalb teilweise ähnliche Geruchsnoten entwickeln.

Sind 20 % CBD bei CBD-Blüten automatisch ein Zeichen für Nachbehandlung?

Nein. Aus einem einzelnen CBD-Wert lässt sich keine Nachbehandlung ableiten. Genetik, Anbau und Entwicklungsstadium beeinflussen das Cannabinoidprofil. Sehr hohe Werte sind für mich deshalb ein Grund, das Gesamtprodukt und die Laboranalyse genauer anzusehen – aber kein Beweis für eine nachträgliche Anreicherung.

Kann eine Laboranalyse nachbehandelte CBD-Blüten erkennen?

Eine Cannabinoidanalyse kann zeigen, welche untersuchten Cannabinoide in welcher Konzentration in einer Probe enthalten sind. Ein gewöhnliches Cannabinoidprofil beantwortet jedoch nicht automatisch die Frage, ob ein gemessener Bestandteil vollständig von der ursprünglichen Blüte stammt. Für die Untersuchung des Aromaprofils sind wiederum andere analytische Verfahren erforderlich.

Sind nachbehandelte CBD-Blüten automatisch schlecht?

Nein. Nachbehandlung allein ist kein ausreichendes Qualitätsurteil. Entscheidend sind Ausgangsmaterial, Verarbeitung, verwendete Stoffe, analytische Kontrolle und transparente Kennzeichnung. Für unser Sortiment bevorzuge ich dennoch möglichst naturbelassene Blüten, bei denen bereits das ursprüngliche Pflanzenmaterial überzeugt.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Spadafora ND et al. The influence of drying and storage conditions on the volatilome and cannabinoid content of Cannabis sativa L. inflorescences. Analytical and Bioanalytical Chemistry, 2024.
  • Janta P, Vimolmangkang S. Chemical profiling and clustering of various dried cannabis flowers revealed by volatilomics and chemometric processing. Journal of Cannabis Research, 2024.
  • The preservation and augmentation of volatile terpenes in cannabis inflorescence. 2021.
  • Yang R et al. Development of Cannabinoids in Flowers of Industrial Hemp (Cannabis sativa L.): A Pilot Study. Journal of Agricultural and Food Chemistry, 2020.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über CBD-Blüten und deren Qualitätsmerkmale. Er enthält keine Empfehlung zur Einnahme oder Anwendung.

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